Hafenquerspange - A26
Der Hamburger Senat hat im März 2013 Hafenquerspange als A26 für den neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet, den von 2015 bis 2030 gelten soll.
Das bedeutet noch nicht, dass die Straße jetzt oder später gebaut wird, aber sehr wohl, dass die "Planfeststellung" vorbereitet wird, durch die das "Baurecht" erlangt würde.
Es kann dann sein, dass 5, 10 oder 15 Jahre später gebaut wird, ohne dass die Bürger dann noch Rechtsmittel hätten (so wie es bei Stuttgart 21 geschieht), es kann auch sein, dass nie gebaut wird. Aber: es darf bis dahin nichts gebaut werden, was einen Bau der Hafenquerspange verunmöglichen würde, also z.B. neue Wohngebiete dicht neben der geplanten Trasse.
In jedem Fall gibt Hamburg seit vielen Jahren jährslich mehrere Millionen Euro aus um die Hafenquerspange durch die Fernstraßenbaugesellschaft DEGES planen zu lassen.
Die Autobahn ist seit 1979 geplant - verhindert wurde sie durch den Widerstand der Wilhelmsburger gegen die Verhinderung der Stadtentwicklung durch die Autobahn, sowie durch die viel zu hohen Kosten.
Gegen die Planung gibt es erheblichen Protest Wilhelmsburger Bürger_innen, aber auch eine Ablehnung seitens des Umweltverbandes BUND und auch der IBA Hamburg.

 
   

Die geplante Hafenquerspange als A 26 durch Moorburg und Wilhelmsburg

… ist eine Katastrophe für die Stadtentwicklung und den Wohnungsbau in Wilhelmsburg

Der Stadtteil ist schon jetzt gebeutelt von Verkehrstrassen. Eine zusätzliche Autobahn entlastet keine Wohnstraßen, sondern führt mehr Verkehr in den Stadtteil. Die Hafenquerspange schneidet den Süden der Insel geradezu ab, verschlechtert massiv die Wohnbedingungen  in Kirchdorf und verhindert schon mit ihrer Planung neue Wohngebiete.

… ist – ausgerechnet im IBA Jahr 2013 – ein Affront gegen die IBA Hamburg

Von der IBA geplante Wohngebiete im Süden Wilhelmsburgs (Hauland) können nicht neben einer Dreifachtrasse von Eisenbahn, Autobahn und Kornweide verwirklicht werden. Der Stadtteil verträgt keine Zerschneidung, sagt die IBA. Die Autobahn aber zerstückelt die Insel und schreckt neue Bewohner ab.

… entlastet nicht die Hamburger Innenstadt

Die Hoffnung, die Innenstadt und die Stresemannstraße würden durch eine Hafenquerspange entlastet, war einmal das zentrale Motiv für Hamburgs Planung gewesen. Lebenserfahrung und Gutachten haben bewiesen: Südlich der Elbe kann man Hamburgs Innenstadt nicht entlasten. Eine Autobahn durch Wilhelmsburg reduziert auch den Verkehr auf der B 73 nur sehr begrenzt, so dass die Doppeltrasse von Bahn und Hauptstraße durch Harburg bestehen bleibt.

… hat für den Hafen keinen relevanten Nutzen

Der Hafen braucht eine sichere Anbindung an die A7. Die Köhlbrandbrücke hält den Schwerverkehr nur noch begrenzte Zeit aus. Deshalb braucht der Hafen für die  Köhlbrand-Querung eine zukunftsfähige Lösung (am besten ein Straßentunnel für Schwerlastverkehr und Erhaltung der Köhlbrandbrücke für PKW und Kleinlaster) – Eine Autobahn, die man vom Hafen erst über eine Hubbrücke erreichen kann, ist nicht zukunftsfähig.

… schließt keine „Lücke“ im Autobahnnetz

Um Hamburg gibt es künftig, nach Weiterbau der A20,  den Autobahnring A1 – A21 – A20 – A7  Maschener Kreuz - Bad Segeberg – Bad Bramstedt – Maschener Kreuz. Nach Überzeugung der IBA-Fachleute ist die Hafenquerspange kein Lückenschluss sondern ein Kurzschluss. Man baut keine Autobahnen mitten durch Städte.  

… holt vor allem Pendlerverkehr von der Bahn auf die Straße

Die geplante Hafenquerspange verläuft exakt parallel zur S-Bahn und Metronom-Linie Stade – Buxtehude – Hamburg. Hamburg muss endlich dafür sorgen, dass diese Linien bedarfsgerecht bedient werden. Es ist ein unerträglich, dass  für viele Millionen die Infrastruktur auf der Schiene hergestellt wurde, nun aber zu wenig Fahrzeuge vorhanden sind, so dass Gedränge in den Zügen viele abschreckt.

… verhagelt die Klima- und Umweltbilanz Hamburgs

Die europäische Union hat gerade jetzt Hamburg scharf gerügt, weil Hamburg nicht die verbindlichen Verordnungen zur Luftreinhaltung einhält und keine konkreten Verkehrskonzepte zur Reduzierung der Schadstoffe vorlegt. Die Hafenquerspange erhöht nach den Gutachten der DEGES die Verkehrsmenge und den CO 2 Ausstoß. Hinzu kommen großflächige Versiegelungen  und Umweltschädigungen. Für eine „Umwelthauptstadt“ ist die Autobahnplanung eine Blamage

… verletzt grundlegend den Artenschutz

Das Bundesverkehrsministerium selbst hat in seiner Linienbestimmung warnend darauf hingewiesen, dass der Artenschutz erheblich verletzt wird und ein artenschutzrechtliches Ausnahmeverfahren erforderlich ist.

… wird vom Bund nicht bezahlt werden

Der Bund war 2003 nicht bereit, die Hafenquerspange in den vordringlichen Bedarf aufzunehmen. Sie hatte ein schlechtes Nutzen-Kosten-Verhältnis. Die jetzige Planung ist erheblich teurer als die damals angepeilten 475 Mio. Euro. Alle Bürgermeister und Verkehrssenatoren der verschiedensten Parteien  sind in den letzten 40 Jahren mit der Forderung nach einer Finanzierung durch den Bund gescheitert. Wollen Herr Scholz und Herr Horch ihnen folgen?

… kostet Hamburg bereits in der Planung jedes Jahr mehrere Millionen Euro

Die Planung der immer wieder veränderten Trassen ist umsonst gewesen, aber für Hamburg nicht kostenlos. Es wäre eine lohnende Aufgabe für den Rechnungshof zu prüfen, wie viel Geld mit Planungen verschwendet wird, von denen man vorher wissen kann, dass sie fehlschlagen. 

 
   
Vorgesehene Maßnahmen in und um Hamburg-Wilhelmsburg
--> zur Bürgerschaftsdrucksache
 
Straße :
der achtstreifige Ausbau der A 7 zwischen dem Elbtunnel und dem Autobahndreieck Hamburg-Süderelbe,
der vierstreifige Neubau der A 26 zwischen A 7 und A 1 sowie
der achtstreifige Ausbau der A 1 vom Autobahnkreuz Hamburg-Ost bis zur Landesgrenze Hamburg/ Niedersachsen.
Bahn
Kreuzungsbauwerk in Hamburg – Wilhelmsburg
Zweigleisiger Ausbau der Verbindungskurve Hohe Schaar – Wilhelmsburg
Hafenbahn
Neubau zweigl. Kattwyk-Eisenbahn-Hubbrücke
südliche Bahnanbindung Altenwerder an neue Kattwykbrücke
zweigl. Ausbau Bostelbek-neue Kattwykbr.-Hohe Schaar
Westumfahrung des Rangierbf. Alte Süderelbe
Direktverbindung: Waltershofer Bahn-Bostelbek-neue Kattwykbrücke
Warte- und Pufferfunktionen:
Die Ertüchtigung und der Ausbau der bundeseigenen Bahnanlagen in Wilhelmsburg

 
Anmeldung Bundesverkehrswegeplan
 

zur Präsentation der Maßnahmen (Rothschuh)

Die betroffenen BewohnerInnen sind zur Anmeldung beim Bundesverkehrswegeplan nicht beteiligt worden.

Die Bürgerschaft soll lediglich nachträglich informiert werden: siehe Antwort auf die Anfrage der Grünen

Das Urteil der IBA Hamburg: "Die Hafenquerspange ist kein Lückenschluss, sondern ein Kurzschluss" wird ignoriert.

Die Bürgerbeteiligung für die Stadtentwicklung seitens der Stadtentwicklungsbehörde wird konterkariert. "Sprung über die Elbe" heißt jetzt: Autobahnknotenpunkt Wilhelmsburg.

Unabhängig davon, ob die Autobahn tatsächlich irgendwann gebaut wird, werden schon mit der Anmeldung zum Bundesverkehrswegeplan die Entwicklungsmöglichkeiten im Süden Wilhelmsburgs untergraben: Denn niemand wird neben einer Dreifachtrasse von Autobahn, Bahn und LKW-Trasse Kornweide Wohnungen bauen. Die Großsiedlung Kirchdorf-Süd soll direkt an einem Autobahndreieck liegen. 

 

 
   

HA-HR-17-12-2010_zur_Pressekonferenz_16102010

 

Hamburger Abendblatt zu den Ergebnissen der Pressekonferenz zur Hafenquerspange vom Donnerstag, 16.12.2010 beim BUND, Geschäftsstelle, Hamburg, mit:

  • Manfred Braasch, Bund für Umwelt- und Naturschutz, BUND
  • Prof. Dr. Hartmut Topp, Verkehrsplaner, Mitglied des Kuratoriums der IBA-Hamburg
  • Jochen Klein, Geschäftsführer Rechtsschutz Lebensqualität Wilhelmsburg
  • Prof. Michael Rothschuh, Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg
 
   
 

Was plant der Hamburger Senat??

 

A 26 Hafenquerspange

Quelle: http://www.deges.de/Projekte/Sonstige-Strassenprojekte/in-Hamburg/A-26-Hafenquerspange/A-26-Hafenquerspange-in-Hamburg-HQS-K229.htm (download 19.1.2013)

Seit 1979 haben alle Senate von SPD, CDU, GAL/Grüne , FDP eine "Hafenquerspange" geplant, meistens mit der Begründung, der Hafen brauche diese dringend, weil sonst die Container nicht weg kämen sowie mit dem Versprechen an andere Stadtteile (bis 2008 die Innenstadt, seit 2009 Harburg), sie würden weniger Verkehr haben, wenn dieser durch Wilhelmsburg geführt wird.

Jedes Jahr stellen Senat und Bürgerschaft mehrere Mio. Euro alleine für Gutachten und Planungen durch externe Büros in den Haushalt ein; die internen Kosten der Behörde sind dabei nicht mit gerechnet. Derzeit ist die Entwurfsplanung beauftragt worden. Sie wird aufbauen auf der Linienbestimmung der Trasse von 2010. Deshalb werden die Unterlagen zur Linienbestimmung auf dieser Website ausführlicher dargestellt.

 

Seit 1979 gibt es Planungen für eine Autobahn zwischen der A1 und A7. Seither gibt es auch Widerstand gegen diese mitten durch Wilhelmsburg führende Autobahn. Die Senate haben unterschiedliche Linienführungen vorgesehen, aber alle sind mit den Planungen gescheitert, am Geld, das vom Bund nicht zur Verfügung gestellt wurde und am Widerstand der BewohnerInnen der Elbinsel.

Der derzeitige Senat hat nach wie vor eine Hafenquerspange in seinem Programm, nunmehr als Verlängerung der geplanten A26 (Stade-Hamburg) über Moorburg, die Hohe Schaar und Wilhelmsburg-Kirchdorf.

Hamburg muss in 2012 drei Fragen entscheiden:

1. Wird die Hafenquerspange für den neuen Bundesverkehrswegeplan, der ab 2015 gilt, angemeldet?

2. Beginnt Hamburg mit einer Vorrats-Planfeststellung für die Hafenquerspange, ohne dass Geld für ihren Bau bereit steht?

3. Hat Hamburg Interesse an einem lebenswerten Wilhelmsburg und Moorburg?

Diese Website

berichtet über aktuelle Entwicklungen und Veranstaltungen,

·   stellt die Geschichte der Diskussionen zur Hafenquerspange dar,

·      befasst sich ausführlich mit dem abgeschlossenen Linienbestimmungsverfahren, weil sich ein mögliches Planfeststellungsverfahren in 2012 oder später sich eng an das Verfahren zur Linienbestimmung anlehnt,

·       weist Alternativen zur Planung einer Autobahn auf.